Wie DLT und Blockchain Probleme lösen | NTT DATA

Do, 24 September 2020 - 6 Minuten

Wie DLT und Blockchain Probleme lösen

Blockchain respektive DLT (Distributed-Ledger-Technologie) kann Corona-Probleme lösen

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Sie garantiert Transparenz für Lieferketten, den Kampf gegen Fake-News, den Aufbau von Finanzierungsformen und das sichere Teilen von Kontaktdaten.

Die Corona-Krise wird der weiteren Digitalisierung in der Wirtschaft und vermutlich auch dem Einsatz von DLT (Distributed-Ledger-Technologie) einen Schub geben. Denn: Die Blockchain kann viele verschiedene Player national und international einbinden. Zudem lassen sich Kauf-, Logistikund Finanzierungsprozesse ebenso transparent gestalten wie der Nachweis von notwendigen Herkunfts- oder Produktions-Zertifikaten.

DLT führt zu Transparenz in der Pharma- und Medizintechnikindustrie

Wieso sind dringend benötigte medizinische Masken und andere medizinische Ausrüstung nicht verfügbar und vor allem auch nicht lieferbar, fragten sich jüngst viele Menschen. Doch nicht nur hier, sondern auch bei Arzneimitteln hat sich Deutschland bzw. Europa in große und schwer Text: Benjamin Matten, Foto: NTT DATA durchschaubare Abhängigkeiten begeben. Für die Verwaltung komplexer Lieferketten wie die von Arzneimitteln, medizinischer Ausrüstung und Medizingeräten bietet sich der Einsatz von innovativen Distributed Ledger Technologien (DLT) an. Wie das in der Praxis aussehen kann, verdeutlicht die folgende Grafik. Alle Aktionen verfolgen das Ziel, mehr Transparenz und Nachverfolgbarkeit in die komplette Produktions- und Lieferkette respektive Supply Chain zu bringen. Alle Partner der Transaktionen können dabei auf die Informationen zugreifen und diese teilen. Die Primärproduzenten tauschen Informationen über die Beschaffung ihres Produkts und Produktionsdaten (Chargen und ähnliches) aus. Transportunternehmen informieren sich ebenfalls gegenseitig über logistische Abläufe, sie überwachen etw ständig die Temperatur in ihren Fahrzeugen und geben diese Daten an die Empfänger weiter. Lieferanten auf allen Ebenen tauschen Informationen über die in ihren Produkten verwendeten Rohstoffe sowie Produktionsdaten aus. Zertifizierungsanbieter geben Informationen über Zertifikate weiter, etwa ob der Einkaufsprozess nachhaltigen und ethischen Gesichtspunkten entspricht. Pharmaunternehmen kombinieren die Informationen von Primärherstellern und -lieferanten zu Produktdaten und ergänzen diese um ihre eigenen Produktionsdaten. Ebenfalls können medizinische Behörden wie die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) oder die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) Auditoren-Knotenpunkte nutzen, um die Arbeit zu überwachen und selbst Zertifizierungen zu liefern. Für die datenschutzkonforme Umsetzung und auch um eine hohe Akzeptanz der DLT zu erreichen, spielt der Aufbau einer Off-Chain-Datenbank eine wichtige Rolle. Sie ist der richtige Speicherort für sensible Informationen von Unternehmen oder große Datenmengen, auf die in Transaktionen Bezug genommen wird. Dieses Vorgehen ermöglicht, die Anforderungen von Datenschutzgesetzen zu erfüllen, ohne das Transaktionsprotokoll der DLT zu beeinträchtigen. Mittels APIs (Application Porgramming Interfaces) lassen sich Teilnehmer integrieren, die nicht aktiv am DLT-Netzwerk teilnehmen. Die Verfolgung von medizinischen Hilfsgütern für die Covid19-Hilfe wäre beispielsweise so ein Fall, bei dem sich Drittparteien zur Beobachtung unkompliziert anschließen könnten. Das dargestellte Szenario bietet Transparenz bis auf den letzten verwendeten Rohstoff, den geringsten chemischen Bestandteil oder das kleinste mechanische Bauteil, wobei die dezentrale Speicherung sensibler Firmendaten außerhalb des DLT hohe Sicherheit für alle teilnehmenden Unternehmen gewährleistet. So bleibt die Lieferkette permanent im Blick. Wie das oben stehende Schaubild zeigt, ergeben sich aus Sicht der Regierungsstellen wichtige Steuerungs- und Überwachungspotenziale. Lieferengpässe frühzeitig zu erkennen und reagieren zu können, bringt natürlich auch Vorteile für die teilnehmenden Unternehmen mit sich, um beispielsweise teure Produktionsstillstände zu vermeiden.

Die Corona-App – Lokalisierungsdaten rechtskonform teilen

Ein weiterer möglicher Use Case: Das Teilen von Lokalisierungsdaten ließe sich unter Berücksichtigung aller Datenschutzanforderungen mit der Blockchain gut bewerkstelligen. Erst kürzlich hatte der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) neue Leitlinien zum Datenschutz während der Corona-Bekämpfung veröffentlicht. Sowohl in der Forschung als auch bei der Nachverfolgung von Kontakten können nur solche Lösungen erfolgreich sein, die transparent sind und ohne Zwang funktionieren, heißt es bei der EDSA. Und warum die Daten erhoben und wann sie wieder gelöscht werden, müsse eindeutig sein. Dies umfasst ebenfalls, dass ein individuelles Tracking und spätere Re-Personalisierung ausgeschlossen seien.


 

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