Unternehmensnetzwerke stehen unter größerem Druck als je zuvor. KI-native Anwendungen, Cloud-First-Strategien und verteilte Belegschaften verlangen nach schnelleren, sichereren und resilienteren Netzwerken. Gleichzeitig sind viele Organisationen noch nicht so weit, wie sie sein müssten. Laut Gartner ist bislang nur etwa ein Drittel der Netzwerkaufgaben automatisiert und KI wird nur in geringem Umfang im Netzwerkbetrieb genutzt.*
Die Folge: langsame Reaktionszeiten bei Incidents, steigende Komplexität und permanente Brandbekämpfung.
Doch der nächste Schritt ist bereits absehbar. Gartner beschreibt einen klaren Wendepunkt: KI entwickelt sich vom unterstützenden Werkzeug hin zu einem Modell, in dem Prozesse weitgehend autonom ablaufen – gesteuert durch Menschen, aber innerhalb klar definierter Leitplanken, Rollen und Ziele.
Agentic NetOps steht genau für diesen Wandel. Der Ansatz nutzt autonome KI-Agenten, die Netzwerkaufgaben eigenständig erfassen, analysieren und innerhalb definierter Governance-Rahmen ausführen.
Gartner merkt an: „Der Anteil der Unternehmen, die Agentic NetOps einsetzen, liegt schätzungsweise unter einem Prozent, was in erster Linie auf begrenzte Anbieterfähigkeiten und die mangelnde Bereitschaft der Unternehmen zur Einführung zurückzuführen ist.“*
Gerade deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich vorzubereiten. Als frühes Konzept bietet Agentic NetOps die Chance, kontrolliert zu experimentieren und sich Wettbewerbsvorteile zu sichern, bevor der breite Einsatz beginnt.
Was ist Agentic NetOps?
Agentic NetOps beschreibt den Einsatz autonomer, zielorientierter KI-Agenten zur Steuerung und zum Betrieb von Netzwerken. In der Praxis umfasst das in der Regel weiterhin einen Human-in-the-loop-Ansatz. Mit wachsendem Vertrauen in die Ergebnisse können jedoch schrittweise höhere Autonomiegrade erreicht werden.
Im Unterschied zur klassischen Automatisierung, bei der jeder Schritt manuell angestoßen oder freigegeben wird, übernehmen KI-Agenten zentrale Aufgaben selbstständig:
- kontinuierliches geräteübergreifendes Monitoring von Telemetriedaten
- Erkennung und Priorisierung von Incidents in Echtzeit
- Korrelation von Daten zur Ursachenanalyse
- automatisierte Umsetzung sicherer, vorab definierter Maßnahmen
- Eskalation an Menschen nur bei Abweichungen oder in Sonderfällen
Damit entsteht die Grundlage für selbstheilende Netzwerke, die sich an gewünschten Ergebnissen orientieren und mit maschineller Geschwindigkeit reagieren.
Eine von NTT DATA beauftragte Studie von IDC bestätigt diese Entwicklung: Fast 40 Prozent der Unternehmen evaluieren bereits den Einsatz von Agentic AI im Netzwerkbetrieb, um KI-getriebene Geschäftsmodelle zu unterstützen.
Warum Agentic NetOps jetzt relevant ist
Die wenigsten Unternehmen werden kurzfristig vollständig autonome Netzwerke betreiben und das ist auch nicht notwendig. Entscheidend ist, jetzt anzufangen und schrittweise Fähigkeiten aufzubauen.
Agentic NetOps adressiert zentrale Herausforderungen:
- Fachkräftemangel: Qualifizierte Netzwerkexpert:innen sind knapp. KI-Agenten reduzieren manuelle Aufgaben und schaffen Freiräume für strategische Arbeit.
- Komplexität: Hybride, herstellerübergreifende Umgebungen erschweren die Fehleranalyse. Agenten verknüpfen Daten über Silos hinweg in Echtzeit.
- Risikoaversion: Viele IT-Verantwortliche fürchten unkontrollierbare KI. Agentic NetOps setzt bewusst auf Governance, Richtlinien und Auditierbarkeit, um Vertrauen zu wahren.
- Wertnachweis: Pilotprojekte liefern Führungskräften vor einer Skalierung messbare Verbesserungen bei Verfügbarkeit sowie Geschwindigkeit und Qualität der Incident-Behebung.
Laut Gartner werden bis 2030 rund 50 Prozent der Unternehmen Agentic NetOps mit minimaler menschlicher Beteiligung einsetzen – gegenüber nahezu null Prozent im Jahr 2025. Außerdem wird prognostiziert: „Bis 2030 wird Agentic NetOps mit einem Netzwerk-KI-Assistenten die primäre Benutzeroberfläche im Netzwerkbetrieb sein.“*
Der IDC-Report untermauert die strategische Bedeutung von Agentic NetOps: Unternehmen müssen von klassischen Verfügbarkeitskennzahlen zu ergebnisorientierten Metriken wechseln, etwa Auslastungs- und Wertbeiträgen, um den tatsächlichen Business Impact von KI im Netzwerk sichtbar zu machen.
Der Weg zu Agentic NetOps
Führen Sie Agentic NetOps schrittweise in Ihrem Unternehmen als Ergänzung zum bestehenden Netzwerkbetrieb ein:
- Vorbereitung: Bewerten Sie die Qualität Ihrer Telemetriedaten, die Integration bestehender Tools und mögliche Governance-Lücken. Eine strukturierte Bewertung der Netzwerkmodernisierung schafft Transparenz über den aktuellen Reifegrad.
- Pilotphase: Starten Sie mit klar abgegrenzten Use Cases. Setzen Sie KI-Agenten zunächst lesend ein, etwa für Incident-Triage oder Anomalieerkennung. Validieren Sie Leistung und ROI und definieren Sie frühzeitig Governance-Strukturen und Leitplanken.
- Überwachte Autonomie: Erlauben Sie ausgewählte, vorab definierte Korrekturmaßnahmen unter menschlicher Aufsicht.
- Skalierung: Erweitern Sie den Einsatz schrittweise, sobald Vertrauen und Erfahrung wachsen – immer innerhalb klar definierter Governance-Rahmen. Arbeiten Sie mit Partnern, die Skalierbarkeit, Sicherheit und Expertise einbringen.
Dieser schrittweise Ansatz schafft ein Gleichgewicht zwischen Innovation und Kontrolle – ein entscheidender Faktor für risikobewusste Organisationen.
Innerhalb dieses Rahmens sollten Sie drei zentrale Handlungsfelder priorisieren:
- KI-optimierte Infrastruktur: Modernisieren Sie Netzwerke über Campus, WAN, Edge und Cloud hinweg. Ziel sind hohe Geschwindigkeit, geringe Latenz und hohe Resilienz als Grundlage für den Einsatz von KI-Agenten. Diese Konsistenz ermöglicht es KI-Agenten, Probleme im gesamten Unternehmen zu überwachen, zu erkennen und zu beheben – vom lokalen Netzwerk am Arbeitsplatz über die WAN-Struktur bis hin zu Multicloud-Backbones, die KI-Anwendungen unterstützen.
- Sichere Netzwerke: Setzen Sie auf etablierte Konzepte wie Zero Trust und SASE sowie auf durchgängige Verschlüsselung, um Sicherheit auch bei wachsender Automatisierung zu gewährleisten.
- Infrastrukturservices mit integrierter KI: Nutzen Sie Services, die Intelligenz über den gesamten Lebenszyklus hinweg integrieren. NTT DATA verfolgt hier einen „AI Fabric“-Ansatz: ein vernetztes System aus KI-Agenten, das von Beratung über Implementierung bis zum Betrieb kontinuierlich Optimierungen ermöglicht. Modernisierung ist kein statischer Prozess, und dies stellt sicher, dass alle Erkenntnisse kontinuierlich in Wertschaffung und Risikominimierung fließen.
Nicht den Anschluss verlieren
Agentic NetOps ist der nächste logische Schritt in der Netzwerkmodernisierung – auch wenn die Verbreitung aktuell noch unter einem Prozent liegt. Das Potenzial liegt auf der Hand: autonome, selbstheilende Netzwerke, die direkt auf Geschäftsergebnisse einzahlen.
Jetzt geht es darum, die richtigen Grundlagen zu schaffen. Denn wenn sich Agentic NetOps in den nächsten fünf bis zehn Jahren etabliert, wird sich entscheiden, wer vorbereitet ist und wer aufholen muss.
NTT DATA unterstützt Sie bei der Vorbereitung, Pilotierung und Modernisierung, um die sicheren, KI-fähigen Grundlagen zu schaffen, die agentische NetOps ermöglichen.
- LESEN SIE AUCH → Der CIO-Leitfaden für geschäftskritische Netzwerke 2026
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* Gartner, Agentic NetOps will revolutionize network operations, Jonathan Forest, Andrew Lerner, 6 August 2025. GARTNER is a registered trademark and service mark of Gartner, Inc. and/or its affiliates in the U.S. and internationally and is used herein with permission. All rights reserved.