Zusammenfassung
NTT DATA implementierte die Building Information Modeling (BIM)-Methodik, um Planung und Bau von Umspannwerken und Höchstspannungsleitungen des Energieversorgers zu unterstützen.
Angesichts des wachsenden Drucks, diese Prozesse zu digitalisieren und effizienter zu gestalten, erkannte Iberdrola gemeinsam mit seiner Vertriebsgesellschaft i-DE, dass ihre Arbeitsweise intelligenter und kollaborativer werden muss.
Das Unternehmen entschied sich für eine BIM-basierte Lösung, um seine zentrale Strategie weiter voranzutreiben: höhere operative Effizienz, bessere Datenrückverfolgbarkeit und ein durchgängiges Management des Anlagenlebenszyklus.
Mit der Einführung von BIM in diesem technisch anspruchsvollen Umfeld hat i-DE seine Planung und das Management seiner elektrischen Infrastruktur grundlegend weiterentwickelt. Gleichzeitig schafft sie die Basis für effizienteres, interoperables und datengetriebenes Engineering im gesamten Unternehmen.
Herausforderung
Die digitale Transformation von i-DE
In der Vergangenheit basierten die Planungs- und Bauprozesse von i-DE für Umspannwerke und Höchstspannungsleitungen auf schlecht integrierten Tools, zahlreichen manuellen Arbeitsschritten und einer eingeschränkten Abstimmung zwischen den einzelnen Phasen des Anlagenlebenszyklus.
Um diesen Ansatz zu modernisieren, musste das Energieunternehmen:
- fragmentierte und nicht interoperable Prozesse digitalisieren,
- einen konsistenten, nachvollziehbaren und überprüfbaren Informationsfluss über den gesamten Anlagenlebenszyklus sicherstellen,
- elektrotechnische Engineering-Praktiken mit BIM-Methoden in Einklang bringen, die in anderen Branchen bereits weit verbreitet sind,
- die Effizienz steigern, indem Projektlaufzeiten verkürzt und Fehler durch Automatisierung und 3D-Modellierung reduziert werden,
- die Zusammenarbeit zwischen i-DE und externen Partnern wie Ingenieurbüros, Bauunternehmen und Herstellern stärken.
Lösung
Umfassende BIM-Implementierungsstrategie
NTT DATA entwickelte und implementierte gemeinsam mit INGECID, einem auf BIM spezialisierten Engineering- und Beratungsunternehmen, sowie ISASTUR, einem Engineering-Dienstleister, eine umfassende, auf BIM basierende Lösung für die digitale Transformation, zugeschnitten auf die besonderen Anforderungen der Elektrizitätsbranche.
Der mehrstufige Ansatz ermöglichte eine schrittweise und skalierbare Einführung im Einklang mit der strategischen Zielsetzung, Technologie, Prozesse und Menschen enger miteinander zu verzahnen.
Zentrale Bestandteile des Transformationsprojekts waren:
- AS-IS-Analyse und TO-BE-Konzeption: Detaillierte Analyse der bestehenden Prozesse und Entwicklung eines neuen Betriebsmodells für den Einsatz von BIM im Bereich Hochspannungsanlagen
- Einführung von BIM-Prozessen und Workflow-Design: Standardisierung der Prozesse im gesamten Anlagenlebenszyklus – von der Planung bis zur Umsetzung – für bessere Konsistenz, Nachvollziehbarkeit und Effizienz
- Aufbau einer Common Data Environment (CDE): Einrichtung einer kollaborativen Plattform zur Verwaltung von Projektdaten und zur Koordination der Zusammenarbeit zwischen Ingenieurbüros, Bauunternehmen und internen Teams
- Automatisierung technischer Aufgaben: Implementierung maßgeschneiderter Lösungen mit automatisierten Tools und angepassten Prozessen für eine präzisere Planung und weniger Zeitaufwand durch wiederkehrende Tätigkeiten
- Entwicklung eines individuellen BIM-Katalogs: Erstellung eines standardisierten Katalogs mit über 2.800 parametrischen BIM-Objekten, die den i-DE-Standards entsprechen und intelligente und wiederverwendbare Designkomponente ermöglichen
- Integration in Unternehmenssysteme: Verknüpfung der BIM-Modelle mit den internen Plattformen von i-DE, um eine durchgängige Nutzung digitaler Daten zu gewährleisten und die Interoperabilität zwischen Teams und Anwendungen zu verbessern
- Training und Change-Management: Entwicklung eines Schulungs- und Supportprogramms, das Teams bei der Einführung von BIM unterstützt und die BIM-Reife innerhalb der Organisation kontinuierlich erhöht
- KPIs und Monitoring der BIM-Reife: Definition von Kennzahlen zur Messung von Einführung, Leistung und Qualität der BIM-Prozesse, um fundierte Entscheidungen und kontinuierliche Verbesserungen zu ermöglichen.
Das Projekt nutzte Modellierungs- und Designanwendungen, Lösungen zur Prozessautomatisierung, Werkzeuge zur technischen Datenverarbeitung sowie Dokumentenmanagementplattformen und kollaborative Umgebungen, die eine effiziente Zusammenarbeit der Teams ermöglichten.
Ergebnis
Die digitale Transformation mit messbarer Wirkung
Das von NTT DATA geleitete Beratungs- und Implementierungsprojekt ermöglichte die vollständige Digitalisierung der Engineering- und Bauprozesse für Umspannwerke und Höchstspannungsleitungen.
Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:
- Unterstützung von mehr als 50 Projektbeteiligten bei der Umsetzung des Projektes
- Erstellung von 2.800 BIM-Objekten mit insgesamt 600 Parametern, um die Projektdatenbank zu erweitern, Informationen zu standardisieren, die Interoperabilität zwischen Disziplinen zu verbessern und die Qualität der Ergebnisse zu optimieren
- Entwicklung von 43 Automatisierungen, die den Zeitaufwand für repetitive Aufgaben deutlich reduzieren und die Präzision der Planung erhöhen
Die nächsten Schritte
Mit dem Eintritt des Projekts in seine letzte Phase sind folgende Maßnahmen geplant:
- Skalierung der BIM-Lösungen auf weitere Projekte
- Fortführung der Schulungsmaßnahmen für Mitarbeitende
- Weiterentwicklung und Dokumentation der Prozesse
- Pflege und Weiterentwicklung der Automatisierungen und Integrationen