Connected Car Services – dafür bezahlen? | NTT DATA

Mittwoch, 18. Mrz 2020

Für Connected Car Services bezahlen? Nein!

Laut einer Studie von NTT sind die meisten Nutzer von Connected Car Services nicht bereit, dafür extra zur Kasse gebeten zu werden. Wie können OEMs dies ändern?

Als erstes die Fakten: 51 % von mehr als 3.000 Fahrern in Europa betrachten zusätzliche Kosten für Connected Car Services als ein großes Hindernis. Und 39 % der Befragten sind nicht bereit, für diese Services eine zusätzliche Gebühr zu zahlen. Diese Ergebnisse unserer gemeinsam mit „teknowlogy I PAC“ erstellten Studie dürften den Automobilherstellern ganz und gar nicht gefallen. Was tun? Auf jeden Fall: einmal genau(er) hinschauen.

Es stellen sich hier mehrere Fragen. Die erste ist gewiss die nach den Ursachen für die Bezahlunwilligkeit der Kunden. Wenn jemand für etwas kein Geld auf den Tisch legen will, könnte es ja einfach daran liegen, dass er den (Mehr-)Wert der Dienstleistung nicht erkannt hat. Oder das Angebot ist zu kompliziert? Sprich: Nicht so selbsterklärend, also im wahrsten Sinne des Wortes „selbst-verständlich“, wie die Nutzung des Smartphones? Es könnte jedoch auch daran liegen, dass die angebotenen Connected Car Services in den Augen der Anwender zu teuer sind.

Vereinfacht könnte man sagen: OEMs haben zwei »Schrauben nachzuziehen«: zum einen die der Kommunikation, zum anderen die der User Experience. Das heißt: Es gilt gewiss, Vorteile und Nutzen der Services besser an die Kunden zu kommunizieren. Genauso wichtig ist es jedoch, die Services so einfach zugänglich zu machen, wie es die Fahrer von der Nutzung von Smartphone und Apps gewohnt sind. Dazu gehört auch das Bezahlmodell. Der User sollte hier all die Möglichkeiten haben, die ihm aus seiner vernetzten Welt geläufig sind: Abo, Freemium, Pay-per-Use.

Mobile Payment im vernetzten Auto

Abgesehen von den einfachen und für den Anwender heute absolut selbstverständlichen Möglichkeiten der Bezahlung gilt es für OEMs in punkto Connected Car Services nicht nur darauf zu achten, möglichst lukrative Einnahmen aus dem Fahrzeugdienste-Verkauf zu erzielen. Jenseits dieser Euros gibt es nämlich noch eine mindestens genauso wichtige Währung: die Daten über den Kunden, die direkt in eine bessere Kundenorientierung einfließen können, damit die Services zu echter Kundenbegeisterung führen – der Basis für eine langfristig enge Kundenbeziehung.

Abschließend deshalb der Hinweis auf eines der positiven Ergebnisse unserer eingangs erwähnten Studie: 47 % der Verbraucher wären bereit, die Marke zu wechseln, um neue und innovative Dienstleistungen rund ums Auto in Anspruch zu nehmen. Das zeigt: Connected Car Services können ein echter Wettbewerbsvorteil sein, wenn OEMs es schaffen, die Vorteile ihrer Services entsprechend zu kommunizieren und diese digitalen Dienstleistungen so einfach zugänglich zu machen, wie es die Anwender von den Unternehmen aus dem Silicon Valley gewohnt sind.

Trotzdem bleibt für die User eine Hürde für die Nutzung von Connected Car Services: der Schutz der Fahrerdaten. Um dieses Thema geht es in unserem nächsten Blogpost.


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