Empathie erlebbar machen – Consultants engagieren sich | NTT DATA

Montag, 30. Sep 2019

Empathie erlebbar machen – Consultants engagieren sich sozial für einen Tag

Im täglichen Leben, im beruflichen Umfeld und ganz konkret in der Zusammenarbeit in einem Beratungsunternehmen spielt Empathie eine große Rolle. Was bedeutet Empathie für uns konkret? Mehr dazu im Interview mit David Pastor Sampedro und David Pflaum.

Was bedeutet Empathie für uns? Im täglichen Leben, im beruflichen Umfeld und ganz konkret in der Zusammenarbeit in einem Beratungsunternehmen? Diese Frage und das Erleben dieser Führungsbilddimension beschäftigte die Kolleginnen und Kollegen in unserem Unternehmen im Rahmen ihres unternehmensstrategischen Projekts. Warum? Das erfahren wir im Interview mit David Pastor Sampedro und David Pflaum. David Pastor Sampedro arbeitet im Bereich Innovation & Product Lifecycle Management (Automotive & Manufacturing) und David Pflaum im Bereich Banking Technology. Beide sind Mitglieder des diesjährigen Talent- und Nachwuchsmanagement Programm Leaders for Tomorrow (LfT).

1) Empathie in den Fokus stellen, wie geht das?

Von uns wird immerzu ein empathisches Verhalten gefordert, weil wir als Berater tagtäglich mit unterschiedlichen Menschen an verschiedensten Projekten arbeiten und wir uns so auf diverse Charaktere und enge Zusammenarbeit einstellen müssen. Hier spielt auch das Thema Mitarbeiterführung eine große Rolle. Das aus der Inspiring Leadership Initiative entstandene NTT DATA Führungsbild ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur und besteht aus den sechs Dimensionen Inspiration, Motivation, Glaubwürdigkeit, Empowerment, Transparenz und auch Empathie, welche unser Verständnis für eine gute und moderne Führung beschreiben. Wir haben uns entschieden, die Dimension Empathie zu reflektieren und für alle Mitarbeiter erlebbar zu machen, indem wir einen Aktionsmonat durchführen, wie auch für die Führungsbilddimensionen Glaubwürdigkeit und Empowerment.

2) Wie habt ihr das praktisch umgesetzt? Wie seid ihr das angegangen?

Initial wollten wir einen sozialen Träger praktisch unterstützen und uns für einen Tag oder ein Wochenende für Bedürftige einsetzen. Über den jährlich stattfindenden Geschenkeregen, welcher durch NTT DATA seit über zehn Jahren zur Weihnachtszeit unterstützt wird, kam der Kontakt zu Eva-Maria Weigert und dem Freudentanz e.V. zustande. Durch die soziale Arbeit von Eva-Maria Weigert in einem Flüchtlingsheim kam der Vorschlag, einen gemeinsamen Ausflug mit dessen Bewohnern zu unternehmen. Die dort lebenden Menschen haben oft wenig Kontakt zu Einheimischen. Sie freuen sich über jede Abwechslung und die Möglichkeit, einen schönen Tag zu verbringen, denn aus eigener Kraft fehlen manchmal Mittel, Mut und Gelegenheiten.

Für uns bot sich so eine perfekte Gelegenheit, unseren Fokus ganz auf die Begegnung mit Menschen zu setzen: Wir veranstalteten einen Tagesausflug mit den Bewohnern eines Münchner Caritas Flüchtlingsheims zum Tierpark Hellabrunn.

3) Ihr habt gemeinsam mit Bewohnern eines Flüchtlingsheims einen Ausflug unternommen, wie war das und wie waren die Reaktionen?

Nach einem herzlichen und vorbehaltlosen Empfang entwickelten sich den ganzen Tag über gute und offene Gespräche mit den Teilnehmern. An diesem Tag wurden uns die sehr unterschiedlichen Lebensweisen bewusst. So berichtete uns beispielsweise eine Frau über ihre Fluchtroute und Entbehrungen, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Die beschränkten Mittel und anhaltende Wohnungsnot lässt eine weitere Familie seit über zehn Jahren in dem Flüchtlingsheim wohnen. Dort brachten sie bereits ihre 9-jährige Tochter zur Welt, die seit ihrem ersten Lebenstag nur die Flüchtlingsunterkunft als Zuhause kennt. Ungeachtet der ergreifenden Schicksale haben wir viele positive Reaktionen und Freude wahrgenommen. Unser Highlight an diesem Tag war eine besondere Danksagung in Form eines spontanen Freudentanzes der Kinder aus dem Flüchtlingsheim und das gemeinsame Eis essen.

In Summe hat es uns überrascht und ungemein gefreut, wie stark sich jeder Teilnehmer auf unsere Aktion eingelassen hat. Die Teilnehmer spürten, dass es wirklich darum ging, ihnen eine Freude zu machen. Wir sind wir sehr stolz und glücklich so eine gelungene Aktion durchgeführt zu haben.

4) Was ist Eure Einschätzung: Konntet ihr aus eurer Sicht das Thema „Empathie“ für euch erlebbar machen und was davon konntet ihr in euren beruflichen Alltag mitnehmen?

Wir als Beratungsunternehmen sind permanent gefordert, uns in kurzer Zeit in ein Kundenumfeld einzuarbeiten. Der Umgang mit sowohl bekannten als auch unbekannten Menschen fordert uns immer wieder heraus, uns auf Kollegen und Kunden einzustellen und dabei den Hintergrund (Ausbildung, Herkunft, Erfahrungen, …) der Personen zu berücksichtigen. Diese Herausforderungen – wie beispielsweise sich auf unbekannte Personen einlassen, das Eis brechen, mit potentiellen Vorbehalten oder sprachlichen Hindernissen umgehen – sind in unserer Aktion in sehr konzentrierter Form vorgekommen. Und wir haben festgestellt: Mit Empathie können wir viele Herausforderungen meistern.

Wir haben zehn wichtige Formen der Empathie aus unserem Ausflugstag mitgenommen, die wir sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld als Consultant sehen:

  1. Stimmungen wahrnehmen
  2. Gemeinsamkeiten erleben
  3. Auf Augenhöhe begegnen
  4. Ansichten teilen
  5. Berührungsängste abbauen
  6. Anderen helfen
  7. Vielfalt spüren
  8. Geschwindigkeit anpassen
  9. Sichtweisen verstehen
  10. Und nicht zuletzt: Neues wagen!

In der Praxis haben wir natürlich noch zusätzliche Rahmenbedingungen, wie verschiedene Aufgabengebiete, Fähigkeiten oder zeitliche und räumliche Trennung, die uns empathische Führung noch erschweren. Unserer Meinung nach ist es deshalb sehr wichtig, durch Impulse – wie unsere Aktion – der essentiellen Kompetenz Empathie wieder die notwendige Beachtung zu schenken.

Auch zwei unserer Geschäftsführer unterstützten unsere Aktion und gaben uns ihre persönliche Sicht auf Empathie:

Als Führungskraft bedeutet Empathie für mich, den Mitarbeitern das richtige Maß an Verantwortung und persönlichem Freiraum zu geben. Das treibt mich persönlich an!

Ilka Friese

Empathie bedeutet für mich, Interesse an den mich umgebenden Menschen zu haben. So kann ich erkennen, was diese Menschen bewegt und damit ein besseres Miteinander erreichen. Zum Beispiel kann ich dann verstehen, wie ich entsprechend der individuellen Interessen fördern und wie weit ich die jeweiligen Fähigkeiten weiterbringen kann.

Ralf Malter

5) Habt ihr im Nachgang von den Verantwortlichen von Freudentanz e. V. ein Feedback erhalten?

Ja, wir haben natürlich auch um eine Reflexion von Eva-Maria Weigert, der Verantwortlichen von Freudentanz e.V. gebeten und nachfolgende Rückmeldungen erhalten:

„Sie, liebe Mitarbeiter von NTT DATA, wollen Flüchtlingen, die Chance geben, einen schönen Tag im Zoo zu verbringen, etwas Neues erleben, Empathie ausloten. Wir von der Caritas sind begeistert von Ihrer Unterstützung, da uns meist Geld und Manpower/Frauenpower für Ausflüge fehlt, uns liegt die Integration, Kontakt zu Deutschen als so die „Begegnungen im Sozialraum“ am Herzen und wir wollen die Eltern-Kind-Beziehung stärken und den Kindern Erlebnisse ermöglichen, wo sie Freude tanken, neue Erfahrungen sammeln. Ein Ausflug ist für deutsche Kinder selbstverständlich, für Flüchtlingskinder nicht.

Am eigentlichen Ausflugstag waren Ihre Mitarbeiter hochmotiviert, pünktlich, flexibel, waren super fit, geduldig, belastbar und echt empathisch. Die verschiedenen Mitarbeiter gehen total individuell auf die Bedürfnisse der verschiedenen Teilnehmer ein.

Vielen herzlichen DANK für Ihre Großzügigkeit, Ihre Geduld, Ihre Flexibilität und gute Laune, Ihre Empathie und Ihre Zeit!“

Eva-Maria Weigert

6) Würdet ihr die Aktion noch einmal wiederholen?

Wir haben bereits darüber nachgedacht, die Aktion im kommenden Jahr zu wiederholen Denn trotz der Mühen gibt eine solche Aktion einem selbst unglaublich viel zurück. Wir haben uns selbst reflektiert, man schätzt alltägliche Dinge wieder mehr wert und durch die praktische Umsetzung der Führungswerte gelingt es einem auch leichter, die Dinge in den Berufsalltag zu überführen.

An dieser Stelle wollen wir auch die Initiative unserer Leserschaft ermutigen. Für die Durchführung ist man nicht Ortsgebunden, Flüchtlingsheime oder andere bedürftige Institutionen gibt es überall. Auch wenn die Organisation und Durchführung mit Arbeit verbunden ist, das Ergebnis ist die Mühen definitiv wert. Außerdem stehen wir bei Ideen und geplanten Aktionen gerne unterstützend zur Seite und bringen unsere bisherigen Erfahrungen mit ein.

Vielen Dank euch beiden für das Interview!

Unsere Leaders for Tomorrow

David Pastor Sampedro und David Pflaum sind Mitglieder in unserem Leaders for Tomorrow Programm (LfT-Programm). Ziel des Programms ist die Entwicklung von Kandidaten mit Potential für zukünftige Führungs- und Managementpositionen. Das einjährige Programm, beinhaltet ein Mentoring durch ein Leadership-Team- Mitglied, Einblicke in die Führung bei NTT DATA, exklusive Trainings und ein unternehmensstrategisches Projekt. Während es festgesetzte Trainings und Workshops gibt, obliegt es jedem LfT-Jahrgang selbst, ein Projekt mit übergreifenden Unternehmenszielen zu initiieren. Alle Aktivitäten laufen selbstverständlich zusätzlich zu dem Projektalltag.

„Als LfT-Gruppe sind wir seit Oktober 2018 gemeinsam unterwegs und profitieren dabei auch von den Netzwerkmöglichkeiten, die das Programm unterstützt. So lernen wir nicht nur miteinander, sondern auch voneinander. Alle sind in ähnlichen beruflichen Situationen und es sind zum Teil sehr enge Beziehungen innerhalb der Gruppe, aber auch als gesamte Gruppe entstanden. Wir vertrauen einander, geben uns gegenseitig Feedback und holen uns gerne Rat zu projektspezifischen Fragestellungen bei den anderen Gruppenmitgliedern ein.




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