Governance, Risk und Compliance im KI-Zeitalter | NTT DATA

Do, 29 Januar 2026

​​Die neuen Regeln des Vertrauens: Governance, Risk und Compliance im KI-Zeitalter​

Wie Governance, Risk und Compliance zum strategischen Motor für Vertrauen, Resilienz und Innovation im KI-Zeitalter werden.

Wenn Governance, Risk und Compliance (GRC) jemals einen festen Platz am strategischen Entscheidungstisch verdient haben, dann jetzt. Cloud-Transformation, KI-Adoption, wachsende digitale Ökosysteme und eine Welle globaler Regulierung haben sich zu einem zunehmend anspruchsvollen Geschäftsumfeld verdichtet.

GRC ist längst mehr als ein Kontrollinstrument. Es ist ein Motor für Vertrauen und unternehmerische Resilienz – und damit eine grundlegende Fähigkeit, die darüber entscheidet, ob Organisationen sicher innovieren, global skalieren und das Vertrauen ihrer Kundschaft erhalten können.

Doch die Art und Weise, wie viele Unternehmen ihre GRC-Programme in der Vergangenheit aufgebaut haben, ist für diese Dynamik nicht mehr geeignet.

Regulatorik verändert die Spielregeln

Risiken entwickeln sich heute schneller, als viele Organisationen reagieren können. Cyberangriffe, KI-Missbrauch, Sicherheitslücken bei Drittanbietern, Lieferkettenangriffe und geopolitische Verwerfungen machen proaktives Risiko- und Sicherheitsmanagement zu einer Frage der unternehmerischen Existenz.

Gleichzeitig verschärfen Regulierungsbehörden weltweit ihre Anforderungen und weiten den Geltungsbereich ihrer Vorgaben aus. In der Europäischen Union setzen unter anderem der AI Act, die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die NIS2-Richtlinie und der Digital Operational Resilience Act neue Maßstäbe für Compliance.

Die EU dient dabei als Blaupause für viele andere Regionen. Weltweit sind derzeit mehr als 1.000 KI-bezogene politische Initiativen auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene in Arbeit. Die aktuellen Regelwerke sind deutlich detaillierter, verbindlicher und mit strengeren Kontrollen sowie höheren Sanktionen versehen als frühere Versionen.

Zudem nehmen Aufsichtsbehörden verstärkt Drittanbieter-Ökosysteme in den Blick und passen ihre Anforderungen kontinuierlich an neue technologische Entwicklungen an.

In diesem komplexen Umfeld ist Aufschieben keine Option – doch viele Organisationen scheitern an derselben Hürde: fragmentierter Verantwortung.

Wie GRC zum Business-Enabler wird

Wenn Risiko-, Datenschutz-, Sicherheits- und Compliance-Funktionen isoliert arbeiten, auf manuellen Prozessen und veralteten Tools basieren, entsteht ein Kreislauf aus reaktivem Krisenmanagement. Ressourcen werden gebunden, das tatsächliche Risikoprofil bleibt im Dunkeln – und Transformation wird ausgebremst.

Der Ausweg ist eine „Single Pane of Glass“: eine integrierte, transparente Sicht auf Risiken, die Menschen, Prozesse und Technologie verbindet.

Sobald GRC-Funktionen modernisiert und integriert werden, sind die Effekte spürbar. Cloud- und KI-Initiativen lassen sich schneller umsetzen, Entscheidungen basieren auf belastbaren Risikodaten, und das Vertrauen von Aufsichtsbehörden und Kundschaft wächst.

Compliance wird planbarer, effizienter und weniger disruptiv. Vor allem aber wird integriertes GRC zum Wettbewerbsvorteil – ein klarer Beleg dafür, dass ein Unternehmen verantwortungsvoll handelt und nachhaltig wachsen kann.

Von reaktiv zu vorausschauend: das neue GRC-Mindset

Der Nutzen eines ausgewogenen Umgangs mit Innovation, Risiko und Regulierung ist offensichtlich. Entscheidend ist jedoch der Weg dorthin. Wer erst reagiert, wenn Vorschriften greifen oder Vorfälle eintreten, läuft dauerhaft hinterher – mit erhöhtem Risiko für Sicherheitsverletzungen.

Ein Beispiel: Ein europäisches Unternehmen plant die Markteinführung eines KI-gestützten Smart-Home-Geräts. Statt Compliance nachträglich zu adressieren, wählt es einen „Compliance-first“-Ansatz. Bereits in der Entwicklungsphase werden KI-Risiken analysiert, regulatorische Anforderungen identifiziert und Governance-Strukturen integriert. Das Unternehmen führt frühzeitig eine umfassende KI-Risikobewertung durch, richtet Designentscheidungen an den Vorgaben des Cyber Resilience Act und des AI Act aus, nutzt Predictive Analytics zur Identifikation potenzieller Compliance-Lücken, testet Kontrollen systematisch und bewertet die Compliance von Zulieferern lange vor dem Markteintritt.

Am Launch-Tag ist das Produkt nicht nur konform, sondern auch vertrauenswürdig. Genau so sieht proaktives GRC in der Praxis aus.

Kundschaft, Partner und Aufsichtsbehörden erwarten heute belastbare Nachweise – keine vagen Zusicherungen –, dass Sicherheit, Datenschutz und ethische Leitplanken fest im operativen Alltag verankert sind. Proaktives GRC schützt nicht nur vor Sanktionen, sondern stärkt die Reputation in einer Zeit, in der Vertrauen zu den stärksten Differenzierungsmerkmalen zählt.

Die Zukunft integrierten Risikomanagements

Woran erkennen Sie, ob Ihre Organisation in puncto GRC reifer wird?

Ein gutes Zeichen ist es, wenn GRC-Verantwortliche aktiv in Produkt- und Strategieentscheidungen eingebunden sind. Noch besser: wenn sie in Echtzeit auf datenbasierte Risikoanalysen zugreifen können – über integrierte, automatisierte und KI-gestützte Systeme.

Der Weg dorthin erfordert:

  • Funktionsübergreifende Governance für KI, Datenschutz und Cybersecurity 
  • Anpassungsfähige Compliance-Frameworks
  • Klare Kontrolle von Drittparteien in Ihrer Lieferkette
  • Technologien mit Nachvollziehbarkeit, Erklärbarkeit und Auditierbarkeit

Viele Organisationen sind von diesem Zielbild jedoch noch weit entfernt. Häufig sehen wir isolierte Risiko-, Compliance- und Datenschutzprogramme, die auf Tabellenkalkulationen oder veralteten Systemen basieren.

Genau hier setzen wir an. Gemeinsam mit unseren Kunden transformieren wir GRC ganzheitlich und nutzen KI-gestützte Automatisierung, um Effizienz und Agilität bestehender Programme deutlich zu steigern. Ein zentraler Baustein ist unsere hauseigene Cybersecurity Assurance Platform – ein bewährter Accelerator, der:

  • eine transparente, aktuelle Sicht auf den Compliance-Status liefert
  • Kontrollreife in Tagen statt Wochen bewertet
  • risikobasierte Empfehlungen mit konkreten Maßnahmen verbindet
  • operative Aufwände durch Automatisierung reduziert

KI und Automatisierung sind dabei entscheidende Enabler. Sie ermöglichen kontinuierliches Monitoring, automatisierte Kontrolltests, prädiktive Risikomodellierung und intelligente Berichterstattung. So gewinnen GRC-Teams Zeit für strategische Governance und vorausschauende Steuerung – und erkennen Risiken frühzeitig, bevor sie kritisch werden.

GRC wirksam machen: von der Strategie zur Umsetzung

Technologie allein löst keine Governance-Probleme.

Ob GRC-Reife tatsächlich erreicht wird, entscheidet die Unternehmenskultur. Führungskräfte spielen dabei eine Schlüsselrolle: durch klare Risikotoleranzen, die Verknüpfung von Governance mit Geschäftszielen, die Förderung von Transparenz und frühzeitiger Meldung sowie durch die Verankerung von Compliance als gemeinsame Verantwortung.

Auch die Rolle des Aufsichtsgremiums ist zentral. Cyberrisiken müssen mit derselben Disziplin, Weitsicht und Governance behandelt werden wie finanzielle Risiken.

NTT DATA unterstützt Sie auf jeder Ebene beim Aufbau eines integrierten GRC-Programms. Nutzen Sie die Chance, GRC zum Fundament für digitales Vertrauen, Resilienz und nachhaltiges Wachstum zu machen.

Sie wissen, dass Sie angekommen sind, wenn Compliance keine Pflichtübung mehr ist – und Audits sich nicht länger wie Feuerwehreinsätze anfühlen.


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